Dom-Ministranten

Ministrantinnen und Ministranten im Domkreuzgang beim Jugendgottesdienst der Heilig-Rock-Tage 2015
Ministrantinnen und Ministranten im Domkreuzgang beim Jugendgottesdienst der Heilig-Rock-Tage 2015

Domministrant werden?

Wieso eigentlich nicht?

  • Neu in Trier?
  • Freude am Gottesdienst?
  • Erfahrungen als Messdienerin, als Messdiener?
  • Oder schon immer vorgehabt, es einmal zu werden?
  • Neugierig darauf, eine solche Aufgabe zu übernehmen?
  • Spaß an der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten?

Dann sind Sie ja vielleicht bei uns richtig?!

Eine Gruppe von jungen Frauen und Männern, von Mädchen und Jungen, die in Zusammenarbeit mit dem Priesterseminar den Ministrantendienst im Dom übernimmt, die sogenannte Domministratur. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der Ministratur in den Gottesdiensten am Sonntag. Das ist das Hochamt (Kapitelsamt)  um 10:00 Uhr und die Vesper um 18:00 Uhr.
In regelmäßigen Abständen treffen wir uns, um den Einsatzplan zu besprechen, unsere Erfahrungen auszutauschen, uns fortzubilden und in geselliger Runde zu feiern. Einmal im Jahr machen wir einen gemeinsamen Ausflug.

Interessiert?

Dann melden Sie sich doch einmal. Sie erhalten dann weitere Informationen und werden zu unserem nächsten Treffen eingeladen. Einfach Kontakt aufnehmen mit dem Verantwortlichen für die Domministratur:

Domzeremoniar Prälat Franz Josef Gebert
Tel. 0651- 9493-100, gebert-f(at)caritas-trier.de

Was können Sie erwarten?

  • Die Möglichkeit, in der Mutterkirche des Bistums Trier, der ältesten Kirche Deutschlands und einer der ältesten Kirchen der Christenheit den Dienst am Altar zu versehen.
  • Das Mitfeiern von Gottesdiensten in großem und oft festlichem Rahmen.
  • Einblicke in die Liturgie der Kirche und in die Geschichte des Doms.
  • Ehrenamtliches Engagement nach den eigenen zeitlichen Möglichkeiten.

Was würde von Ihnen erwartet?

  • Freude an der Liturgie
  • Kooperationsbereitschaft
  • Zuverlässigkeit in der Wahrnehmung der übernommenen Dienste.
  • Zur Geschichte der Ministranten

    Der Gottesdienst der Kirche kennt viele Beteiligte. Neben den Gläubigen, dem Bischof oder dem Priester, der der Feier vorsteht, gibt es Menschen, die die Lesung vortragen, die vorsingen oder vorbeten und solche, die die Gaben zum Altar bringen.

    Bereits in der alten Kirche waren solch unterschiedliche "Rollen" im Gottesdienst bekannt. Allerdings waren es meist Kleriker, die diese Dienste wahrnahmen. Es gab eigene Ämter, die man später die sogenannte "niedere Weihe" nannte: das Amt des Lektors (Vorlesers), das des Akolythen (Dieners am Altar) und so weiter.
    Nahmen (ausschließlich männliche) Kinder diese Aufgaben wahr, so taten sie dies stellvertretend für fehlende Kleriker. Daher erklärt sich auch die in Deutschland noch sehr weit verbreitete Kleidung der Ministranten: der Talar (langes schwarzes Gewand) und das Rochett (kürzeres weißes Übergewand, das über dem Talar getragen wird), beides eigentlich Klerikerkleidung.
    Als es ab dem 6. Jahrhundert mehr und mehr üblich wurde, dass ein Priester auch allein, das heißt ohne eine Gemeinde die Heilige Messe feiert (sogenannte Privatmesse), wurde der Ministrant der Vertreter des fehlenden Volkes in diesem Gottesdienst, der dem zelebrierenden Priester die vorgeschriebenen Antworten zu geben hatte. Schließlich wurde die Anwesenheit wenigstens eines Ministranten bei einer Privatmesse sogar zur Vorschrift.
    Das Zweite Vatikanische Konzil hat hier eine Neuorientierung gebracht. Im Artikel 29 der Liturgiekonstitution "Sacrosanctum Concilium" wird die Aufgabe der Ministranten ausdrücklich als "wahrhaft liturgischer Dienst" bezeichnet. Sie haben also - wie Lektor und Kantor - ein Eigenrecht im Gottesdienst und sind nicht als Ersatz für fehlende Kleriker zu verstehen.
    Seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts übernehmen konsequenterweise zunehmend auch Mädchen diesen Dienst, der sich als Laiendienst aus Taufe und Firmung legitimiert. Die offizielle Erlaubnis dieser Praxis erfolgte für die ganze Kirche im Jahr 1992 durch Papst Johannes Paul II.
    Längst sind es auch nicht mehr nur Kinder und Jugendliche, die diesen Dienst tun, sondern in vielen Gemeinden auch gestandene Frauen und Männer. Und das ist gut so! Zwar ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche durch den Dienst am Altar spüren, dass sie in der Kirche keinen Randplatz einnehmen, sondern ganz im Zentrum - nämlich bei der Feier des Gottesdienstes - mittun dürfen. Durch die Mitarbeit von Erwachsenen wird aber deutlich, dass der Ministrantendienst kein "Kinderspiel" ist, sondern ein vollberechtigter Dienst neben anderen in der Kirche.

  • Die Entwicklung am Trierer Dom

    Auch für den Trierer Dom lässt sich die oben skizzierte Entwicklung nachvollziehen. Bereits für das frühe Mittelalter wissen wir von Jungen, die als Schüler des Bischofs und später des Domkapitels in unmittelbarer Nähe des Doms lebten und lernten.

    Es gab hier sogar eine bedeutende Schule, von der heute noch ein Teil des Schulsaals im Domkreuzgang als sogenannter "Romanischer Saal" erhalten ist. Diese Jungen erhielten neben den Grundfertigkeiten in Lesen und Schreiben, Kenntnisse in Latein. Sie studierten die Bibel und die Texte bedeutender Theologen. Daneben erhielten sie aber auch Unterricht in Gesang und liturgischen Dingen. So war es selbstverständlich, dass sie auch den Dienst als Lektor und Akolyth, wir würden heute sagen, als Ministrant taten.
    Mit dem Konzil von Trient wurde die Ausbildung der Kleriker in der Kirche neu geregelt. So entstanden in Trier nach und nach verschiedene Institutionen zu diesem Zweck: das Banthusseminar (in der heutigen Banthusstraße), das Lambertinische Seminar (an der heutigen Justizstraße) und schließlich das Clementinische Seminar, das heute noch als Bischöfliches Priesterseminar in der Jesuitenstraße besteht.
    Alle diese Häuser hatten in der ein oder anderen Weise mit dem Gottesdienst im Dom zu tun. Für die meisten Jahrhunderte seither lassen sich Belege dafür finden, dass Seminaristen am Dom die Ministrantendienste übernommen haben. So ist es bis heute geblieben!
    Daher ist die neuere Geschichte einer eigenständigen Ministratur am Dom noch recht jung. Erst als Mitte der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Zahl der Priesteramtskandidaten abnahm und gleichzeitig auch die Ministranten der Pfarrei Liebfrauen, die bis dahin die Ferienvertretungen übernommen hatten, weniger wurden, kam man auf die Idee, eine eigene Domministratur zu installieren.
    Das war und ist gar nicht so ganz einfach, weil zum Trierer Dom keine große Pfarrei gehört, in der Kinder und Jugendliche aufwachsen. Daher besann man sich zunächst auf die Studierenden der Theologischen Fakultät. Einige von ihnen - nun endlich auch Frauen - übernahmen diesen Dienst gerne. Später dehnte man den Kreis auf die Studierenden aller Trierer Hochschulen aus, so dass heute Vertreterinnen und Vertreter vieler Fachbereiche am Dom Dienst tun. Inzwischen sind es aber nicht mehr nur Studierende. Denn auch das schönste Studentenleben hat einmal ein Ende. Und viele sind dem Dom auch in der Berufstätigkeit treu geblieben.
    Seit etwa 4 Jahren ist uns eine neue Gruppe von Ministranten zugewachsen. Die sogenannten Dom-Minis. Das sind Kinder und Jugendliche, die im Bereich des Doms wohnen oder sich sonst mit der Trierer Kathedrale verbunden wissen. Für sie gibt es inzwischen auch ein eigenes Programm mit Gruppenstunden und so weiter.

  • Aufgaben der Domministratur

    Im Sinne des oben gesagten, dass der Ministrantendienst nämlich ein eigenständiger Laiendienst in der Kirche ist und nicht die Vertretung für verhinderte oder nicht vorhandene Kleriker, tragen die Ministranten im Trierer Dom auch keine Klerikerkleidung, sondern die weiße Albe. Sie ist seit den ersten Jahrhunderten das Ehrengewand der Christen, das sie am Tag ihrer Taufe überreicht bekommen. Stellvertretend für alle Getauften, die am Gottesdienst teilnehmen, tragen die Ministranten dieses Gewand bei ihrem Dienst und machen so die besondere Würde des Getauftseins für alle sichtbar.

    Im wichtigsten Gottesdienst der Kirche, der Eucharistiefeier, bringen Ministranten die Gaben Brot und Wein zum Altar, damit sie dort durch den Dienst des Bischofs oder des Priesters von Christus verwandelt werden in seinen Leib und in sein Blut, die er uns als Wegzehrung für unser Leben als Christen und als "Arznei der Unsterblichkeit" reicht.

    Beim feierlichen Einzug in den Gottesdienst tragen Ministranten das Vortragekreuz, das allen, die nachfolgen klarmacht, wem sie eigentlich nachfolgen: Christus, dem Gekreuzigten. Das Kreuz wird begleitet von zwei Kerzen, den sogenannten Flambos. Sie stehen bei der Verkündigung des Evangeliums neben dem vortragenden Diakon und signalisieren so der versammelten Gemeinde, dass hier Christus, das Licht der Welt zu ihr spricht.

    In allen Sonntagsgottesdiensten kommt im Trierer Dom kostbarer Weihrauch zum Einsatz, der ganz sinnenhaft die Besonderheit dieses Ortes und dieser Feier markiert, der aber gleichzeitig symbolisch für die Gebete der Gläubigen steht, die wie Weihrauch vor Gottes Angesicht steigen sollen. Die Aufgabe der Ministranten ist es, dem Bischof oder Priester das Weihrauchfass und das Gefäß mit dem Weihrauch, das sogenannte Schiffchen zu bringen, sowie das Rauchfass an bestimmten Stellen des Gottesdienstes zu schwenken.

    Wenn ein Bischof dem Gottesdienst vorsteht, trägt er in der Regel den Bischofsstab und die Mitra als Zeichen seines bischöflichen Amtes. Hier haben Ministranten die Aufgabe, den Stab und die Mitra zu tragen, wenn der Bischof sie nach den Regeln der Liturgie nicht benötigt.

    Neben diesen Diensten, die in den normalen Feiern anstehen, gibt es viele weitere, die es nur bei besonderen Anlässen, wie zum Beispiel der Osternacht, der Chrisammesse, dem Fronleichnamsfest, der Priesterweihe oder beim Sterbeamt eines Domgeistlichen gibt. Sie alle hier aufzuführen würde zu weit führen.

    All diese Aufgaben wollen natürlich geübt und auch inhaltlich immer weiter vertieft werden. Daher trifft sich die Gruppe der Domministranten mit dem Verantwortlichen des Domkapitels und dem Oberzermoniar des Priesterseminars zwei Mal im Jahr, um anstehende Fragen zu besprechen. Für die Dom-Minis finden diese Runden alle zwei Monate statt.

    Neben dem Dienst im Gottesdienst darf natürlich auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommen. So findet einmal im Jahr ein Ausflug aller Domministranten statt. In den vergangenen Jahren ging es nach Metz, Köln, Saarburg und Worms.