Wertvolles - von der Spätantike bis heute

Der Trierer Domschatz

Gozbert-Rauchfass

 

Die Schatzkammer des Trierer Doms präsentiert eine der bedeutendsten Sammlungen kirchlicher Schatzkunst, die bemerkenswerte Stücke von der Spätantike (Relief einer Reliquienprozession), der Romanik (Andreas-Tragaltar, Reliquiar des Heiligen Nagels, Gozbert-Rauchfaß), der Gotik, des Barock und des 19./20. Jahrhunderts (Werke des Historismus aus dem Trierer Atelier Brems-Varain) enthält.

Hinzu kommen mehrere bedeutende Handschriften des Mittelalters (Simeonskodex, Helmarshausener Evangeliar, Perikopenbuch des Kuno von Falkenstein) und einige liturgische Gewänder.

Kontaktdaten:

Hohe Domkirche – Domschatz
Mustorstraße 2
54290 Trier
Telefon (06 51) 7105-378

Kustos des Domschatzes: Weihbischof Jörg Michael Peters
Wissenschaftliche Betreuung: Markus Groß-Morgen, Museum am Dom Trier

  • Reliquien...

    Reliquien sind körperliche Überreste eines Heiligen oder Gegenstände aus seinem Besitz. Sie genossen als sichtbare Zeichen seiner individuellen Unterstützung und Fürbitte hohe Wertschätzung. Von besonderer Bedeutung waren die Reliquien des Domes, die neben dem hohen Alter den besonderen Rang und das Ansehen der Trierer Kirche begründeten.

    Nach der um 1100 entstandenen Trierer Bistumschronik, den Gesta Treverorum, hat die Heilige Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, dem Trierer Bischof Agritius (gestorben 330/35) ihren Palast geschenkt, der dann zum Dom umgebaut wurde. Außerdem brachte sie eine Reihe bedeutender Reliquien nach Trier: Neben dem Heiligen Rock und dem Leichnam des Apostels Matthias einen Zahn des Heiligen Petrus, den Heiligen Nagel und die Sandale des Heiligen Andreas. In Reliquiare, in kostbare Werke der Goldschmiedekunst eingebunden, bilden diese Reliquien noch heute den Kernbestand des Trierer Domschatzes.

  • Reliquiare zwischen Liturgie und Schatzkunst

    Die Reliquiare spielten in der Liturgie der Domkirche eine wichtige Rolle: Sie wurden auf die Altäre gelegt, bei Prozessionen mitgeführt, Kaisern und Königen bei ihrem Einzug in die Stadt entgegengetragen und bei öffentlichen Ausstellungen den Pilgern gezeigt. Die Verehrung der Reliquien brachte man im Mittelalter durch ihre Verwahrung in kostbaren Werken der Schatzkunst zum Ausdruck. Gold, Silber, Edelsteine, Perlen und antike Gemmen waren nicht nur wertvolle Werkstoffe, sondern spiegelten durch ihren Glanz auch die Aura des Heiligen wider. Hinzu kam die technisch und künstlerisch hervorragende Gestaltung der Reliquiare. Bereits im 10. Jahrhundert war Trier unter Erzbischof Egbert (gestorben 993) der Sitz mehrerer Kunstwerkstätten von europäischem Rang, aus der Werke der Schatzkunst und Handschriften hervorgingen.

  • Sichere Verwahrung und öffentliche Zeigung

    Sicher vor Feuer und Diebstahl verwahrt wurden die Reliquiare in einem um 1200 entstandenen Schatzhaus an der Nordseite des Chores. Nachdem seit dem 14. Jahrhundert die Reliquienzeigung im Dom immer mehr Zulauf erfuhr, wurde um 1480 an der Südseite der 'Badische Bau' errichtet, der im Obergeschoß das Domarchiv und bis heute auch den Domschatz beherbergt. Bei der Öffnung des Hochaltars im Jahre 1512 fand man neben dem Heiligen Rock zahlreiche weitere Reliquien. Der große Ansturm der Gläubigen machte es in den Jahren 1512 bis 1655 erforderlich, die Reliquien des Domschatzes von einer am Westchor des Domes angebauten Tribüne den Pilgern auf dem Domfreihof zu zeigen.

  • Verluste und Neuerwerbungen

    Inventare von 1238, 1429 und 1776 sowie ein Kupferstich von 1655 ermöglichen detaillierte Auskünfte über den Trierer Domschatz, der trotz zahlreicher Kriege über Jahrhunderte hinweg sorgsam gehütet wurde. Erst im 18. Jahrhundert wurden große Teile dazu verwendet, den ersten Koalitionskrieg gegen die französischen Revolutionstruppen zu finanzieren: 399 Kilogramm Edelmetall hat man 1792 an die kurfürstliche Münze abgegeben und eingeschmolzen. Gerade einmal 12 Werke der Schatzkunst haben diesen Verlust überstanden. Im 19./20. Jahrhundert gelangten aus säkularisierten Kirchen, durch Schenkungen, als Leihgaben, aus dem Kunsthandel und auch durch Neuanfertigung zahlreiche Werke in den Domschatz.

  • Autor

    Text: Prof. Dr. Wolfgang Schmid

 

Eintritts-Preise Domschatzkammer

Erwachsene1,50 Euro
Familien (2 Erw. und bis zu 4 Kinder)3,50 Euro
Ermäßigt*0,50 Euro
Gruppen Erwachsene (20 - 35 Personen)30,00 Euro
Gruppen Kinder (15 - 25 Personen, 4-16 Jahre)7,50 Euro

Kombiticket für Domschatz und Museum am Dom
(während der Nero-Aussstellung vom 14.5. bis 16.10.16 nicht gültig!)

Erwachsene4,00 Euro
Familien8,00 Euro
ermäßigt*2,20 Euro

Mit der TRIER-Card

Einzelkarte (Erwachsene)1,10 Euro
Familienkarte2,60 Euro

 * Kinder (4 bis 16 Jahre), Schwerbehinderte und Begleitpersonen, soweit im Ausweis eingetragen, Schüler/Studenten, Zivis/FSJler/Wehrpflichtige bei Vorlage des Ausweises.