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CD Die Glocken des Trierer Doms


 
 CD über das Trierer Domgeläut
 
CD über das Trierer DomgeläutGroßansicht - Öffnet ein neues Fenster
1951 erhielt der Trierer Dom, die älteste deutsche Bischofskirche, ein neues zehnstimmiges Geläute. Bis heute ist es das schwerste, nach 1945 von einem deutschen Glockengießer geschaffene Gesamtgeläute in Deutschland geblieben. Ihm ist nun erstmals eine CD gewidmet.

Nach der Zerstörung des alten Geläutes am 14. August 1944 war der Domturm zunächst verstummt. Erst 1951 lieferte die Glockengießerei Otto in Bremen-Hemelingen ein neues Geläute mit zehn Glocken und einem Gesamtgewicht von 24340 kg, wovon alleine 7970 kg auf die größte, Christus und Helena geweihte Glocke entfallen. Dem damaligen Domkapellmeister Johannes Klassen war mit der von ihm disponierten Schlagtonfolge ein Geniestreich gelungen. Mit den Schlagtönen fis°-a°-h°-cis'-d'-e'-fis'-a'-h'-cis'' hält das Geläute Möglichkeiten des liturgischen Läutens wie wohl keine andere zehnstimmige Disposition bereit.

Obwohl das Geläute immer wieder im Interesse der campanologischen Fachwelt stand, besaß es jedoch infolge der lange Zeit bestehenden technischen Unzulänglichkeiten nicht den besten Ruf. Seit der Einführung der neuen Läuteordnung 1998, der Feier des 50. Geburtstages der Domglocken im Juni 2001 und vor allem seit der erfolgreichen Sanierung der Geläuteanlage in den Jahren 1999 bis 2002 sind die Domglocken wieder mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Erst jetzt wird das Geläute klanglich optimal präsentiert. Adäquate Tonaufnahmen gab es bislang jedoch nicht. Diese Lücke kann jetzt geschlossen werden.

Die Klangdokumentation hat sich zum Ziel gesetzt, das Domgeläute so zu präsentieren, wie es der Besucher hört: im Freien. Als Aufnahmeort wurde der akustisch beste Platz gewählt: das Gelände der neuen Dominformation südwestlich des Glockenturmes. Nebengeräusche konnten daher weitestgehend ausgeschlossen, jedoch nicht ganz vermieden werden. Sie sollten es aber auch nicht, denn niemand wird das Domgeläute jemals ohne eine noch so geringe störende Geräuschkulisse hören können. So gehört etwa der Uhrschlag der benachbarten Kirche Sankt Gangolf zum gewohnten Klangbild der Trierer Innenstadt. Um die Gefahr von Nebengeräuschen auf ein Mindestmaß zu beschränken, entstanden die Aufnahmen in Abendstunden des 26. Januar und 9. Februar 2003. Aufnahmen im Inneren des Turmes standen nicht zur Debatte: sie wären steril und unnatürlich.

Mit zehn Glocken und der in Trier verwirklichten Geläutedisposition sind der Auswahl von Kombinationen kaum Grenzen gesetzt. Diese werden aber durch die Spieldauer der CD vorgeschrieben. Daher wurde versucht, neben den zehn Einzelglocken und dem abschließenden Plenum eine repräsentative Auswahl an Kombinationen zu bieten. Aus Zeitgründen jedoch konnte nicht jedes Motiv an- und ausgeläutet werden. Teilweise werden die Motive in Gruppen zusammengefasst und innerhalb der Gruppe durch Weg- oder Hinzuschalten einzelner Glocken erreicht. 

Die Auswahl der Teilgeläute richtet sich vor allem nach der bestehenden Läuteordnung, so dass viele Teilgeläute nochmals live vor Ort am entsprechenden Tag nachvollzogen werden können. Andererseits werden Teilgeläute vorgestellt, die nicht in der Läuteordnung enthalten sind, um weitere Dispositionsmöglichkeiten darzustellen. Letztlich ist die Auswahl natürlich auch subjektiv; viele andere Teilgeläute verdienten es, ebenfalls dokumentiert zu werden. Jedoch dürfte der Hörer mit dieser CD einen Eindruck der Vielfältigkeit eines der größten deutschen Geläute erhalten.

Die vorliegende Dokumentation will einen Eindruck der reichhaltigen Ausdrucksmöglich-keiten des Domgeläutes vermitteln. Neben den Einzelglocken erklingen mehrere Blöcke mit jeweils einer Grundglocke: Teilgeläute mit den kleineren Glocken, Teilgeläute mit der Grundglocke cis', Teilgeläute mit der Grundglocke h°, Teilgeläute mit der Grundglocke a° und Teilgeläute mit der größten Glocke fis°. Nach dem charakteristischen Trierer Uhrschlag beschließt das Plenum aller zehn Glocken, wie es an den höchsten kirchlichen Feiertagen zu hören ist, die CD. Ergänzt wird die Dokumentation durch einen bebilderten historischen Abriss, die technischen und musikalischen Daten und die Beschreibung der Glocken, eine ausführliche Programmbeschreibung sowie eine englische und französische Zusammenfassung.

Besonderer akustischer Leckerbissen ist die Tonaufnahme des historischen, 1944 zerstörten Geläutes. Nach 1951 nun erstmals wieder veröffentlicht, ist trotz der historischen Aufnahme die musikalische Qualität des alten Geläutes deutlich zu erkennen. Bislang ist eine solche historische Aufnahme auf einer aktuellen Glocken-CD einzigartig. Aufnahmen der beiden weiterhin im Dombereich erhaltenen, aber fast unbekannten Glocken, runden diese Klangdokumentation ab: es handelt sich zum einen um die kleine, 1599 gegossenen Schelle im Hochchor des Domes und zum anderen um die kleine Glocke von 1682 im Kreuzgang.


 
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