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Der Trierer Domschatz


 
 Gozbert-Rauchfass
 
Gozbert-RauchfassGroßansicht - Öffnet ein neues Fenster
Reliquien sind körperliche Überreste eines Heiligen oder Gegenstände aus seinem Besitz. Sie genossen als sichtbare Zeichen seiner individuellen Unterstützung und Fürbitte hohe Wertschätzung. Von besonderer Bedeutung waren die Reliquien des Domes, die neben dem hohen Alter den besonderen Rang und das Ansehen der Trierer Kirche begründeten. Nach der um 1100 entstandenen Trierer Bistumschronik, den Gesta Treverorum, hat die Heilige Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, dem Trierer Bischof Agritius (gestorben 330/35) ihren Palast geschenkt, der dann zum Dom umgebaut wurde. Außerdem brachte sie eine Reihe bedeutender Reliquien nach Trier: Neben dem Heiligen Rock und dem Leichnam des Apostels Matthias einen Zahn des Heiligen Petrus, den Heiligen Nagel und die Sandale des Heiligen Andreas. In Reliquiare, in kostbare Werke der Goldschmiedekunst eingebunden, bilden diese Reliquien noch heute den Kernbestand des Trierer Domschatzes.

Reliquiare zwischen Liturgie und Schatzkunst

Die Reliquiare spielten in der Liturgie der Domkirche eine wichtige Rolle: Sie wurden auf die Altäre gelegt, bei Prozessionen mitgeführt, Kaisern und Königen bei ihrem Einzug in die Stadt entgegengetragen und bei öffentlichen Ausstellungen den Pilgern gezeigt. Die Verehrung der Reliquien brachte man im Mittelalter durch ihre Verwahrung in kostbaren Werken der Schatzkunst zum Ausdruck. Gold, Silber, Edelsteine, Perlen und antike Gemmen waren nicht nur wertvolle Werkstoffe, sondern spiegelten durch ihren Glanz auch die Aura des Heiligen wider. Hinzu kam die technisch und künstlerisch hervorragende Gestaltung der Reliquiare. Bereits im 10. Jahrhundert war Trier unter Erzbischof Egbert (gestorben 993) der Sitz mehrerer Kunstwerkstätten von europäischem Rang, aus der Werke der Schatzkunst und Handschriften hervorgingen.

Sichere Verwahrung und öffentliche Zeigung

Sicher vor Feuer und Diebstahl verwahrt wurden die Reliquiare in einem um 1200 entstandenen Schatzhaus an der Nordseite des Chores. Nachdem seit dem 14. Jahrhundert die Reliquienzeigung im Dom immer mehr Zulauf erfuhr, wurde um 1480 an der Südseite der 'Badische Bau' errichtet, der im Obergeschoß das Domarchiv und bis heute auch den Domschatz beherbergt. Bei der Öffnung des Hochaltars im Jahre 1512 fand man neben dem Heiligen Rock zahlreiche weitere Reliquien. Der große Ansturm der Gläubigen machte es in den Jahren 1512 bis 1655 erforderlich, die Reliquien des Domschatzes von einer am Westchor des Domes angebauten Tribüne den Pilgern auf dem Domfreihof zu zeigen.

Verluste und Neuerwerbungen

Inventare von 1238, 1429 und 1776 sowie ein Kupferstich von 1655 ermöglichen detaillierte Auskünfte über den Trierer Domschatz, der trotz zahlreicher Kriege über Jahrhunderte hinweg sorgsam gehütet wurde. Erst im 18. Jahrhundert wurden große Teile dazu verwendet, den ersten Koalitionskrieg gegen die französischen Revolutionstruppen zu finanzieren: 399 Kilogramm Edelmetall hat man 1792 an die kurfürstliche Münze abgegeben und eingeschmolzen. Gerade einmal 12 Werke der Schatzkunst haben diesen Aderlaß überstanden. Im 19./20. Jahrhundert gelangten aus säkularisierten Kirchen, durch Schenkungen, als Leihgaben, aus dem Kunsthandel und auch durch Neuanfertigung zahlreiche Werke in den Domschatz.

Der Trierer Domschatz heute

Heute präsentiert die Schatzkammer des Trierer Domes eine der bedeutendsten Sammlungen kirchlicher Schatzkunst, die bemerkenswerte Stücke von der Spätantike (Relief einer Reliquienprozession), der Romanik (Andreas-Tragaltar, Reliquiar des Heiligen Nagels, Gozbert-Rauchfaß), der Gotik, des Barock und des 19./20. Jahrhunderts (Werke des Historismus aus dem Trierer Atelier Brems-Varain) enthält. Hinzu kommen mehrere bedeutende Handschriften des Mittelalters (Simeonskodex, Helmarshausener Evangeliar, Perikopenbuch des Kuno von Falkenstein) und einige liturgische Gewänder.

Autor: Prof. Dr. Wolfgang Schmid


 
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Eine Goldprägung für den Dom


 
Anlässlich der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 und in Erinnerung an die erste öffentliche Zeigung der Reliquie vor 500 Jahren hatte das Bistum Trier in Kooperation mit der Sparkasse Trier, der Dom-Information Trier, der Buchhandlung Stephanus, der Saarbrücker Zeitung und der Firma EuroMint aus Bochum eine Sonderprägung in Silber und in Gold herausgegeben. Die Goldprägung mit der Nummer 1 haben der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Trier, Remigius Kühnen, und Vorstandsmitglied Dr. Peter Späth am 21. Mai an Dompropst Prälat Werner Rössel überreicht. Kühnen hatte bei der Vorstellung der Sonderprägungen am 19. März spontan zugesagt, die erste Goldmünze dem Trierer Dom für die Domschatzkammer zu schenken.

Kühnen betonte bei der Übergabe im Kapitelsaal im Trierer Dom, es sei ihm eine Freude, im Namen der Sparkasse Trier diese Sonderprägung für den Domschatz zu stiften. Er erinnerte daran, dass die Sparkasse gerne „dieses besonderen Ereignis Wallfahrt mit einer Sonderprägung unterstützt und einen Akzent für die Heilig-Rock-Wallfahrt und damit auch für die Region“ gesetzt habe. Bisher seien insgesamt 950 Silberprägungen und 30 Goldprägungen verkauft worden. Dompropst Rössel bedankte sich herzlich für die „gelungene Kombination von Bestellung und Geschenk“, denn ursprünglich habe er selbst im Namen des Domkapitels die erste Sonderprägung in Gold für den Domschatz erwerben wollen.
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