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Glossar


 
Eucharistische Anbetung
Anbetung des auferstandenen Christus in der Gestalt des Brotes (konsekrierte Hostie),  im Tabernakel verborgen oder in einer Monstranz (Zeigegefäß, meist aus kostbaren Edelmetallen hergestellt) zur Schau gestellt.
(Dom)Kantor
Vorsänger/in in der Liturgie; lateinisch: cantor = Sänger/in
(Dom)Prediger
Um 1500 geschaffene Stelle für einen theologisch gebildeten
Geistlichen, oftmals einen Angehörigen der Gesellschaft Jesu, der im Dom die
Predigt hielt.
(Dom)Vikare
Geistlicher ohne selbständiges Amt, in der katholischen Kirche 1. Kardinalvikar, der Kardinal, der als Stellvertreter des Papstes das Bistum Rom verwaltet; 2. Apostolischer Vikar, Titularbischof als Vertreter des Papstes in Missionsgebieten; 3. Generalvikar, allgemein Vertreter des Bischofs; 4. Pfarrvikar, Geistlicher zur Stellvertretung eines Pfarrers.
(Ober)Zeremoniar
Geistlicher oder Laie, der (an der Seite des Bischofs/Priesters) für den richtigen Ablauf der Liturgie sorgt
(Ostchor)Lettner
Trennwand zwischen Gemeinde- oder Laienraum und dem nur der Geistlichkeit zugänglichen Chor einer Kirche; abgeleitet von dem im vorderen Chorraum stehenden Lesepult, aus dem sich in romanischer Zeit niedrige Chorschranken entwickelten. Auf dem Lettner befindet sich eine Bühne, von der die Doxologien (Lobpreise, zum Beispiel am Ende des eucharistischen Hochgebets der Messe: "Durch Ihn und mit Ihm...") gelesen wurden oder auf dem die Chorsänger Aufstellung nahmen; außerdem ist der Lettner von einem Durchgang durchbrochen. In vielen Fällen finden sich auf der Lettnerwand figürliche Reliefs oder Statuen. Nach 1563 wurden die Lettner in fast allen katholischen Kirchen beseitigt.
Akolyth
1. vom Bischof besonders zum Messdienst Beauftragter (als zweite Vorstufe zur Weihe)  2. Messdiener (zum Beispiel Kerzenträger); griechisch: akoluthos = Begleiter
Albe
weißes Gewand mit Ärmeln, das der Priester unter dem Messkleid trägt; erinnert an das Taufkleid; lateinisch: albus = weiß
Almandin
Rötlicher Halbedelstein, der im frühen Mittelalter zur Dekoration von Schmuckstücken diente.
Alpha
Erster Buchstabe des griechischen Alphabets, steht auch symbolisch für den "Anfang"
Altar
Tisch, auf dem Eucharistie gefeiert wird; lateinisch: altare = Erhöhung
Altaristen
Priester, die zum Dienst an einem bestimmten Altar verpflichtet waren.
Ambo
Lesepult in der Kirche zur Verkündigung des Wortes Gottes
Anachronismus
Zeitwidrigkeit; das Verlegen von Erscheinungen, die für die Gegenwart kennzeichnend sind, in die Vergangenheit; nicht mehr zeitgemäße (veraltete) Einrichtung oder Verhaltensweise.
Annexkirche
eine Kirche, welche ein Anbau an eine andere Kirche ist.
Apostel
von Jesus selbst zur Ausbreitung des Reiches Gottes "Ausgesandte", Bevollmächtigte, nämlich seine 12 "Jünger": Petrus, Andreas, Jakobus Zebedäi, Johannes, Jakobus Alphäi, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Thaddäus, Simon und Judas Ischariot (Evangelium des Matthäus 10,3), an dessen Stelle nach seinem Ausscheiden Matthias trat (Apostelgeschichte nach Lukas 1, 15 ff.). Auch Paulus nennt sich mit Nachdruck Apostel, weil er sich von Jesus selbst zur Verkündigung des Evangeliums "ausgesandt" weiß.
appellieren
sich (mit Nachdruck) an jemanden wenden.
archäologisch
die Wissenschaft von den aus Denkmälern und Bodenfunden erschlossenen Altertümern, erfasst heute alle materiellen Hinterlassenschaften vergangener Kulturen mit Ausnahme der Schriftquellen.
asketisch
ursprünglich die körperliche Ertüchtigung oder die geistige Übung im Bemühen um Weisheit und Sittlichkeit, heute vor allem im religiösen Sinn gebraucht; in vielen Religionen geübt als Enthaltung von Nahrung und Geschlechtsverkehr oder als Selbstpeinigung. Ziel ist die magisch oder mystisch gedachte Vereinigung mit der Gottheit oder die Erlangung übersinnlicher Fähigkeiten. Im Christentum wird Askese positiv verstanden 1. als Einübung in christliches Leben, 2. als Streben nach christlicher Vollkommenheit und 3. als besondere Entsagung des Irdischen zum Zeichen der Erwartung des Himmelreichs; so besonders im Ordensstand der katholischen Kirche.
Altes Testament
Abkürzung AT, Alter Bund, in den christlichen Kirchen übliche Bezeichnung für kanonische (anerkannte, offizielle) Schriften, die den Bund Gottes mit Israel bezeugen, im Unterschied zum Neuen Bund in Jesus Christus, in den Gott die ganze Menschheit einbezieht. - Die Schriften des Alten Testaments sind in einem Zeitraum von rund 1000 Jahren entstanden (als jüngste das Buch Daniel zwischen 167 und 164 vor Christus). Sie haben eine lange Nachgeschichte, die durch den Gebrauch im jüdischen Gottesdienst und Schriftstudium bedingt ist und deutliche Spuren im Text hinterlassen hat (erklärende, aktualisierende und ähnliche Zusätze).
Apsis
Halbrunder Anbau an einer Kirche, diente zum Beispiel als Altarnische
Assoziation
Gedankenverbindung
Attribut
Zeichen, das einen Heiligen ausweist, zum Beispiel ein Schlüssel für Petrus oder ein Pilgerhut für Jakobus.
Baptisterium
Taufkapelle, Taufkirche; griechisch: baptizein = taufen
Basilika
1. frühchristliche mehrschiffige Hallenkirche 2. päpstliche Auszeichnung für berühmte Kirchen; griechisch: basilike = königliche (Halle)
Benediktiner
lateinisch: Ordo Sancti Benedicti, Abkürzung OSB, ältester katholischer Mönchsorden im Abendland, gegründet im 6. Jahrhundert. Die Benediktiner leben nach der von Benedikt von Nursia verfassten Regel, die eine ständige Anwesenheit im Kloster (stabilitas) verlangt. Die regelmäßige Arbeit wird zur Pflicht gemacht; Grundsatz: ora et labora (lateinisch: "bete und arbeite"). Die Arbeit, Handarbeit und geistige Tätigkeit, steht gleichberechtigt neben dem Chordienst. Eine Neubelebung erfuhr das Benediktiner-Mönchtum durch die Cluniazensische Reform. Ursprünglich bestanden die einzelnen Benediktinerklöster unverbunden nebeneinander; seit dem 14./15. Jahrhundert schlossen sie sich zu Kongregationen (mehrere Abteien unterstellen sich der Oberaufsicht durch eine einzige Abtei, von der bestimmte Impulse und Anregungen zum Mönchtum ausgehen; so in Beuron, Sankt Ottilien) zusammen; 1893 wurde daraus die benediktinische Konföderation unter einem Abtprimas gebildet. Tracht: schwarz, meistens mit Kapuze, ledernes Cingulum (Gürtel) und beim Chordienst schwarze Kukulle (Chorgewand mit weiten Ärmeln, das von den benediktinischen Orden verwandt wird).
Bischof
In der katholischen Kirche werden die Bischöfe auch als Nachfolger der Apostel bezeichnet; sie dienen im Namen Jesu dem Gottesvolk als oberste Lehrer, Hirten und Priester. Sie weihen Priester und Diakone und geben ihnen Anteil an ihren Aufgaben; griechisch: episkopos = Aufseher
Bistum
seit spätrömischer Zeit in fast allen Kirchen, die Bischöfe haben, allerdings besonders in der katholischen Kirche, der Amtsbereich eines Bischofs (auch Bischofssprengel).
Brustkreuz
Als Zeichen ihrer Amtswürde tragen Bischöfe und Kardinäle ein kunstvoll geschmiedetes Brustkreuz an einer Kette über ihrem Habit.
Bulle
[ lateinisch: bulla = "Kapsel"] ursprünglich ein Siegel aus Metall, dann die Urkunde selbst: die feierlichste Form päpstlicher Erlasse und Rechtssetzungen in lateinischer Sprache, die oft nach ihren Anfangsworten zitiert werden (zum Beispiel "Unam Sanctam" 1302).
Bundeslade
Die Bundeslade des Alten Testaments war eine mit Gold überzogene Akazienholz-Truhe mit Tragebalken, in der sich die Tafeln mit den zehn Geboten und der Stab Arons befanden. Die Bundeslade wurde beim Auszug aus Ägypten mitgeführt und stand im Allerheiligsten des Tempels in Jerusalem.
Byzantinisches Hofzeremoniell
Am oströmisches Kaiserhof in Konstantinopel herrschte ein strenges Hofzeremoniell, das sich auch an den bildlichen Darstellungen der Herrscher ablesen lässt.
campanologisch
Glockenkundlich, Campanologie = Glockenkunde
Capellani
ein Priester der zum Dienst in einer bestimmten Kapelle verpflichtet war
Chorschranken
in der Kirche Trennungsschranken, die den Chorraum, der den Klerikern vorbehalten war, gegen die den Laien zugänglichen Raumteile absondern. Die Chorschranken unterscheiden sich von den Altarschranken dadurch, dass sie den gesamten Chor, nicht nur den Platz vor dem Altar, abtrennen. Sie sind meist mehr als 2 m hoch und mit Reliefs verziert.
Chrisam
vom Bischof in der Karwoche (Chrisammesse; lateinisch: missa chrismatis) geweihtes Öl (Sinnbild des Heiligen Geistes) , verwendet bei Taufe, Firmung, Priester-, Altar- und Kirchweihe; griechisch: Chri(s)ma = Salböl
Chrisammesse
Ölweihmesse (missa chrismatis). Bei dieser Messe in der Karwoche (womöglich am Gründonnerstag am Morgen) weiht der Bischof die drei heiligen Öle: Chrisam, Katechumenenöl (für Salbung vor der Taufe), Krankenöl (für Krankensalbung).
Christus
griechische Übersetzung des hebräischen Messias ["der Gesalbte"], Würdename für Jesus.
Circus Maximus
um etwa 100 nach Christus entstandene römische Zirkusanlage, in der Pferdewagenrennen zur Belustigung der Bürger stattfanden
Codex
ursprünglich die wachsbestrichenen Schreibtäfelchen; seit dem 1. Jahrhundert verwendete man Papyri (Buchrollen aus den Blättern der Papyruspflanze), bald auch Pergamentblätter, die zu einem Band zusammengeführt wurden. Im 4./5. Jahrhundert verdrängte der Codex endgültig die Rolle als Buchform. Vom 13. Jahrhundert an wurde in Europa Papier statt Pergament verwendet.
Dekanat
Zusammenschluss mehrerer Pfarreien, Dienstbereich des Dechanten
Diakon
vom Bischof geweihter Amtsträger, aber nicht Priester; der Diakon darf bei der Messe das Evangelium verkünden und erklären, die feierliche Taufe spenden, Trauungen und Begräbnisse halten, soll wohltätige Aufgaben wahrnehmen. Für manche ist der Diakonat nur Vorstufe zum Priesteramt, andere bleiben so genannte "ständige Diakone" (dürfen verheiratet sein); griechisch: diakonos = Diener
Dignitäten
Würdenträger; in der katholischen Kirche Inhaber einer Dignität - eines höheren Kirchenamts (Dom- und Stiftspropst, -dekan).
Diözese
Gebiet, das von einem Bischof (Diözesanbischof) verwaltet wird; in Deutschland auch Bistum genannt. Diözese wird nach dem Sitz des Bischofs benannt; griechisch: dioikesis = bewohntes Gebiet (als Verwaltungseinheit)
Domherr
Mittelalterliche Dombewohner; Angehörige des Domkapitels
Dom
Häufiger Ausdruck für Kathedrale; lateinisch: domus (Dei) = Haus (Gottes)
Domdechant
Der Domdechant ist verantwortlich für die Gottedienste des Domkapitels und für die Sakristei. In diesen Bereichen ist er auch Weisungsberechtigt. Im Krankheits- oder Abwesenheitsfall ist er der Stellvertreter des Dompropstes.
Domimmunität
Geschlossener Bereich um den Dom, welcher im Mittelalter mit besonderen Rechten und Gesetzen ausgestattet war.
Domkapitel
wichtiges Beratungsgremium des Bischofs (hat mancherorts Recht zur Bischofswahl)
Domkustos
der Domkustos ist verantwortlich dafür, über die zu bewahrenden liturgischen Geräte, Gefäße und Paramente (Gewänder), sowie die Kunstgegenstände des Domes zu wachen und sie zu pflegen. Außerdem führt er ein jährliches Inhaltsverzeichnis; lateinisch: custos = Wächter
Dompropst
Vorsitzender des Domkapitels, er führt das Siegel und vertritt das Domkapitel nach außen. Außerdem nimmt er die laufenden Geschäfte des Domkapitels und der Hohen Domkirche wahr und ist verantwortlich für die Durchführung der vom Domkapitel gefassten Beschlüsse; lateinisch: praepositus = Vorgesetzter
ekstatisch
entrückt, verzückt, schwärmerisch
Email
Glasschmelztechnik, bei der unterschiedlich gefärbte Glaspulver zwischen Metallstegen geschmolzen und poliert werden.
Emeriti
Amts- und Würdenträger, die in den Ruhestand verabschiedet wurden.
Erzbischof
in der katholischen Westkirche allgemein seit dem 8. Jahrhundert der erste Bischof einer Kirchenprovinz (Metropolie, deshalb wird der Erzbischof manchmal auch Metropolit genannt), dem die anderen Bischöfe unterstehen; oft nur als Ehrentitel verliehen. Außer in der katholischen Kirche gibt es auch in der orthodoxen, anglikanischen und in lutherischen Kirchen (Skandinavien, Baltikum) Erzbischöfe.
Eucharistie
früher "Altarsakrament": Christus ist "mit Leib und Blut" in den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig und kann so in der Kommunion empfangen werden; Eigenschaftswort: eucharistisch; griechisch: eucharistia = Danksagung (vor der Konsekration)
Evangeliar
Liturgische Handschrift mit dem Text der vier Evangelien.
Evangelium
1. Heilsbotschft von Jesus Christus (allgemein) 2. Evangelienschrift der Bibel (Matthäus-, Markus-, Lukas-, Johannesevangelium) 3. Evangeliumslesung in der Liturgie; griechisch: euangelion = gute Botschaft
Exkursion
Studienfahrt, Ausflug unter wissenschaftlicher Leitung.
Fialen
(Nadeln) sind in der gotischen Architektur Zierglieder in Form spitz auslaufender Türmchen.
Firmung
lateinisch: confirmatio = Festigung, in der katholischen Kirche jenes Sakrament, das in Entfaltung der Taufe dem Firmling die "Fülle des Geistes" zum Glaubenszeugnis verleiht. Gespendet wird die Firmung durch Handauflegung, Salbung mit Chrisam und die begleitenden Worte des Bischofs oder bevollmächtigten Priesters. In den evangelischen Kirchen ist der Grundgedanke der Firmung in der Konfirmation lebendig.
Fragment
Bruchstück
Geläutedisposition
die Zusammenstellung und Abstimmung der Schlagtöne mehrerer Glocken (Geläute).
Gemme 
In ursprünglicher Bedeutung eine Steingravur mit eingetieftem Relief. Heute meist Oberbegriff für alle Kleingravuren, mit flachem Niveau, gleich ob eingetieft oder erhaben. In Fachkreisen unterscheidet man die mit erhabenem Bild gestaltete Kamee und das tief eingeschnittene Intaglio. (Aus: Walter Schumann, Edle Steine, Stuttgart 1990)
Generalvikariat
Ordinariat
Gloria
Anfangswort des Lobgesangs der Engel bei der Geburt Christi (Lukas 2,14); als "Englischer Lobgesang" (lateinisch: Hymnus angelicus) Teil der katholischen Messe und des lutherischen Hauptgottesdienstes.
Habit
Standesspezifische Tracht, die einen Pilger, König oder Bischof kennzeichnet.
Heilige Messe
Hauptgottesdienst
Heiltumsweisung
Öffentliche Ausstellung der Reliquien einer Kirche zu einem bestimmten Termin. Die Weisung bildete den Anziehungspunkt einer Wallfahrt.
Hierarchie
1. kirchliche Rangordnung 2. Gesamtheit der geistlichen Amtsträger (Klerus); griechisch: hiera = heilig, arche = Ursprung)
Historismus
Kunsthistorische Epochenbezeichnung. Im ausgehenden 19. Jahrhundert griff man bewusst auf die Kunst vergangener Jahrhunderte zurück (Neoromanik, Neogotik).  
Hochamt
am Hochaltar in feierlicher Form zelebrierte Messe
Hostie
ungesäuertes Brot das zur Eucharistie verwendet wird; lateinisch: hostia = Opfer
Hymnus
seit der Antike ein feierliches Preislied, das der Helden- und Götterverehrung diente. Im Mittelalter eine einstimmige geistliche Liedform.
ikonographisch
die Erforschung und Lehre von den dargestellten Inhalten in der bildenden Kunst. Die Ikonographie betrachtet als ihre Hauptaufgabe die Entschlüsselung von symbolischen Bildinhalten und der zu vermittelnden Botschaften.
Imperator
römischer bzw. mittelalterlicher Kaiser
Insignien
Herrschaftszeichen, Zeichen der Amtswürde
Intarsien
Einlegearbeit, Verzierung von Holzgegenständen (besonders bei Möbeln) durch andersfarbiges Holz, Perlmutt, Elfenbein und Ähnliches. 
juristische Person
eine rechtlich verselbständigte und wie eine natürliche Person mit eigener bürgerlicher Rechtsfähigkeit ausgestattete Personenmehrheit (im Privatrecht zum Beispiel rechtsfähige Vereine, Kapitalgesellschaften; im öffentlichen Recht zum Beispiel Gebiets-, Personal- und Realkörperschaften) oder Vermögensmasse (die rechtsfähige Stiftung); im öffentlichen Recht ferner die rechtsfähige Anstalt.
Kapuziner
katholischer Bettelorden, von Matthäus von Bascio 1525 angeregt; strenger Zweig der Franziskaner. Die Kapuziner widmen sich als Prediger und Missionare besonders der Volksseelsorge; sie vertreten in ihrer gesamten Lebenshaltung völlige Armut. In Deutschland sind die Kapuziner seit etwa 1600 tätig. - Kapuzinerinnen, weiblicher Zweig des Kapuzinerordens, hauptsächlich in romanischen Ländern verbreitet.
Karthause
Klosteranlage der Kartäuser -katholischer Einsiedlerorden, 1084 vom Heiligen Bruno im Tal La Chartreuse gegründet. Leiter des Kartäuserordens ist der Generalminister (stets der Prior der Grande Chartreuse). Die Kartäuser achten auf strenges Schweigen und Fasten, leben in Einzelzellen und haben nur wenig gemeinsame Veranstaltungen.
Karwoche
Woche zwischen Palmsonntag und Ostern, dem Gedächtnis des Leidens Christi gewidmet.
katechetisch
Lehre von der christlichen Unterweisung, bildet einen Teil der praktischen oder Pastoraltheologie.
Kathedralkirche
Die Bezeichnung Kathedrale leitet sich ab von der "Kathedra", dem Bischofssitz, die sich an hervorgehobener Stelle in der Kathedrale befindet. Die Kathedralkirche ist die Haupt- und Mutterkirche eines Bistums. In ihr werden nicht nur die Gottesdienste des Kirchenjahres, beispielhaft und mit besonderer Feierlichkeit begangen, sondern es finden in ihr auch Gottedienste statt, welche so nur ihr vorbehalten sind, aber eine "Wirkung" für das ganze Bistum zeitigen; so die Priester- und Diakonenweihe, die Chrisammesse.
Kleriker
Angehöriger des Klerus (im Unterschied zum Laien)
Klerus
Geistlichkeit (Bischöfe, Priester, Diakone); griechisch: kleros = Los, Anteil
Klosterzelle
Der private Raum eines Mönches, von lateinisch: "cella" = abgeschlossener Bereich/ Raum
Kollegium
eine aus gleichberechtigten Mitgliedern zusammengesetzte Behörde
Kompendium
Sinngemäß für umfassendes Nachschlagewerk
Konkordat
Vertrag zwischen einem Staat und dem Papst als Oberhaupt der katholischen Kirche über das Verhältnis von Staat und Kirche. In der Bundesrepublik Deutschland gelten das badische (1932), bayerische (1924 und 1978), preußische (1929) und niedersächsische Konkordat (1965 und 1973), der nordrhein-westfälische Vertrag mit dem Hl. Stuhl (1984) und das Reichskonkordat (1933).
konsekriert
etwas oder jemanden weihen; Hauptwort: Konsekration
konstituieren
bilden, gründen, einrichten, zur festen Einrichtung machen
Konsultorenkollegium
Geistliche als Berater eines Bischofs
konzelebrieren
in der katholischen Liturgie die gemeinsame Feier der Eucharistie durch mehrere Priester; 1965 wiedereingeführt als Hochform der Messfeier.
Kreuzblume
Gotische Schmuckform, die als Knospe oder Blume mit kreuzförmig angeordnetem Blattwerk ausgebildet ist. Sie findet sich an der Spitze von Türmen und Fialen.
Kreuzreliquiar
Kostbares Werk der Goldschmiedekunst, das für die Aufbewahrung einer Reliquie des Heiligen Kreuzes geschaffen wurde.
Kreuzgang
eine Wandelhalle, die sich mit Arkaden nach dem von ihr allseitig umschlossenen Klosterhof öffnet; oft überwölbt und mit reichem plastischen und malerischen Schmuck ausgestattet. Der Kreuzgang verbindet die Haupträume des Klosters und dient auch als Prozessionsweg.
Krümme
schneckenförmig gekrümmte Oberteil eines Krummstabs
Krummstab
(Bischofsfstab), Stab mit einer Krümme.
Krypta
Unterkirche im "Kellergeschoss" einer Kirche; griechisch: krypta = verborgene (Kirche)
Kurfürst
Fürst, der das Recht hatte, den deutschen König mitzuwählen
Kurien
Häuser im Bereich des Domes, mit den Dienstwohnungen der Domkapitulare
Laudes
Morgengebet der Kirche (Teil des Stundengebetes); lateinisch: laudes = Loblieder
legitimiert
beglaubigen, berechtigen
Lektor
1. Vorleser/in der Lesung beim Gottesdienst 2. Vom Bischof besonders zur liturgischen Schriftlesung Beauftragter (erste Vorstufe zum Weihesakrament); lateinisch: lector = Leser/in
Leviten
in der katholischen Kirche Bezeichnung für Diakone bei feierlichen liturgischen Funktionen.
Liturgie
offizieller Gottesdienst der Kirche (im Unterschied zu Volksfrömmigkeit und Privatandachten); von griechisch: leiturgia = Werk des Volkes, Eigenschaftswort: liturgisch
Liturgiekonstitution
die vom 2. Vatikanischen Konzil am 3.12.1963 verabschiedete "Konstitution über die heilige Liturgie". Es geht der Liturgie-Konstitution unter anderem um eine "tätige Teilnahme" der Gläubigen, um eine größere Durchschaubarkeit der Riten und Zeichen und um stärkere Berücksichtigung der Volkssprachen.
Magnificat
nach dem lateinischen Anfangswort "Magnificat anima mea Dominum" ("Hoch preiset meine Seele den Herrn") der Lobgesang Marias (Evangelium nach Lukas 1,46-55). In der abendländischen Kirche ist das Magnificat ein Teil der Vesperliturgie. Vielfach musikalisch bearbeitet
Meditation
allgemein Nachdenken, Sich-Vertiefen; indisch: samādhi, das Aufsteigen zu höheren Bewusstseinsstufen durch Versenken in einen Prozess der Verinnerlichung; im Mittelalter innerhalb der Mystik (besondere Ausformung der persönlichen Frömmigkeit) der Versuch, über Gottes Wesen Klarheit zu erlangen; später Bezeichnung für philosophische Betrachtungen.
Mensa
Altartisch, Altarplatte; lateinisch: mensa = Tisch
Messias
1. der König und Hohepriester Israels als der unter Salbung des Hauptes eingesetzte Bevollmächtigte Gottes. 2. der erwartete universale Heilskönig der Endzeit aus davidischem Geschlecht. Das Neue Testament sieht in Jesus von Nazareth diesen Messias, ist aber in seinem Messianismus, anders als große Teile des Judentums der Zeit, betont unpolitisch, nämlich geistlich orientiert: Jesus ist durch Wirken in Vollmacht als Messias ausgewiesen und durch Kreuz und Auferstehung von Gott bestätigt worden, nicht aber durch eigene äußere Machtentfaltung.
Mimik
Mienen- und Gebärdenspiel des menschlichen Gesichts (auch bei höheren Säugern), als Ausdrucksmöglichkeit für seelische Zustände, Erlebnisse und Gedanken.
Ministrant
Messdiener/in
Mitra
zweispitzige Kopfbedeckung des Bischofs (und des Abtes [Vorsteher einer Klosters, der mit besonderen Rechten ausgestattet ist]); auch Inful genannt
Moschee
islamische Anlage mit gedecktem Raum für das gemeinsame Gebet der Gemeinde.
Netzgewölbe
spätgotisches Gewölbe, dessen Rippen ein netzförmiges Muster bilden
Neues Testament
Abkürzung: NT; die Sammlung der kanonischen (anerkannten) Schriften des Christentums, bestehend aus vier Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes), der Apostelgeschichte, 13 paulinischen Briefen, 7 katholischen Briefen, dem Hebräerbrief und der Apokalypse des Johannes, im ganzen 27 Schriften. In dieser Zusammensetzung um 400 zuerst in der griechischen (367) und in der römischen (382) Kirche offiziell anerkannt und um 600 auch in den übrigen Teilen der damaligen Christenheit angenommen.
Obelisk
ein hoher, vierkantiger Steinpfeiler, der sich nach oben verjüngt und in einer pyramidenförmigen Spitze endet; ursprünglich ein ägyptisches Sonnensymbol, meist mit hieroglyphischen (altägyptischen) Inschriften versehen. Obelisken wurden schon von römischen Kaisern nach Europa gebracht; heute befinden sich Obelisken aus Ägypten in Rom, Paris, London und Istanbul.
ökumenisch
die Einigungsbestrebungen innerhalb der christlichen Kirchen, die seit dem Ende des 1. Weltkriegs immer wirksamer geworden sind.
Ordinariat
die Verwaltungs- und Regierungsbehörde einer Diözese, auch Generalvikariat.
Orient
im Gegensatz zum Abendland (Okzident) das Morgenland; umfasst im engeren Sinne nur den Vorderen Orient, im weiteren Sinne auch den Mittleren Orient, nicht aber den Fernen Osten (Ostasien); gelegentlich wird auch der ganze nordafrikanische Raum zum Orient gerechnet. Weder geographisch noch politisch ist der Orient eine Einheit; lediglich die vorherrschende Religion und Kultur des Islam kann als einigendes Element genannt werden.
Patron
ein Heiliger, dessen Schutz eine einzelne Person, eine Gemeinschaft oder ein Ort anbefohlen ist (Schutzheiliger, Namenspatron, Kirchenpatron).
Perikopenbuch
Auszüge aus den Evangelien für den Gottesdienst nach der Ordnung des Kirchenjahrs; gleichbedeutend mit Evangelistar.
Personifikation
Verkörperung, Vermenschlichung (von Göttern, Eigenschaften, abstrakten Begriffen, Naturerscheinungen).
Pfingsten
christliches Fest am 50. Tag nach Ostern, zur Erinnerung an die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die in Jerusalem versammelten Apostel (Apostelgeschichte des Lukas 2); seit dem 3. Jahrhundert bezeugt. Pfingsten bildet den Abschluss des Osterfestkreises. Heute zum Teil an zwei Tagen begangen, zeigt Pfingsten in seinem Brauchtum christliche und vor- oder außerchristliche Bräuche. - In der christlichen Kunst wird die Ausgießung des Heiligen Geistes meist so dargestellt, dass Maria inmitten der Apostel steht, über ihren Häuptern "Zungen von Feuer" und die Taube des Heiligen Geistes.
Pilger
Wallfahrer nach heiligen Orten.
Präbendaten
Geistliche, welche in früherer Zeit ein Amt innehatten, das mit bestimmten Einkünften verbunden war (auch "Pfründe")
Prälaten
1. höherer Geistlicher (zum Beispiel Generalvikar, Abt....) 2. vom Papst verliehener Ehrentitel für verdiente Priester; lateinisch: praelatus = nach vorne gesetzt, ausgezeichnet
Predella
Sockel eines Altaraufsatzes, meist bemalt oder mit plastischen Darstellungen geschmückt; im Barock oft mit dem Reliquienschrein verbunden.
Presbyterium
1. die Priesterschaft (in der katholischen Kirche) 2. in der evangelischen Kirche, ein dem Pfarrgemeinderat vergleichbares Laiengremium 3. Altarraum der Kirche; griechisch: presbyteros = älterer Mann, Vorsteher, Priester
Priester
In der katholischen Kirche ist der Priester ein geistlicher Amtsträger mit sakramentaler Priesterweihe, die vom Bischof gespendet wird. Zur Teilnahme am Priestertum Christi und an der Sendung der Bischöfe berufen übt er ein dreifaches Amt aus: Verkünder des Wortes Gottes, Spender der Sakramente und Hirte seiner Gemeinde. Nur ein gültig geweihter Priester darf die Eucharistie feiern, die Beichte hören und die Absolution geben sowie die Krankensalbung spenden. Wie alle Kleriker der katholischen Kirche ist der Priester zu einem zölibatären (ehelosen) Leben, zum regelmäßigen Gebet und zum Gehorsam gegenüber seinem Bischof verpflichtet.
Prismen
ein durchsichtiger, keilförmiger Körper; er dient zur Totalreflexion oder zur Ablenkung von Lichtstrahlen. Ein Prisma kann aus Glas, Quarz oder Steinsalz bestehen. Da der Ablenkungswinkel vom Brechungsindex des Stoffs, dieser aber von der Wellenlänge des Lichts abhängt, zerlegt das Prisma weißes Licht in die Spektralfarben.
Prophet
der Empfänger einer göttlichen Offenbarung durch Gesichte (Vision) oder Hören (Audition) und Künder des Gotteswillens oder des Verborgenen und des Zukünftigen. Verschiedentlich bildeten die Propheten einen eigenen Stand (ursprünglich im Alten Testament; als Priester in römischen Götterkulten). Besondere Bedeutung haben die großen Prophetengestalten im Alten Testament als Empfänger, Verkünder und Vollstrecker des Wortes Gottes, besonders von Gericht und Verheißung (Moses, Elias, Elisäus), seit dem 8. Jahrhundert vor Christus (Amos) auch durch Prophetenbücher überliefert. Im Neuen Testament Johannes der Täufer und besonders Jesus als Erfüllung und Vollstrecker der Prophetie des Alten Testaments.
Prophezeihung
Weissagung; Vorhersage
Prozession
Feierlicher Umzug aus religiösem Anlass, verbunden mit Gebeten und Gesängen. (zum Beispiel: Fronleichnamsprozession oder Eingangsprozession zu Beginn des Gottesdienstes).
Psalm
Gebet/Lied aus alttestamentlichem Buch ("Buch der Psalmen"); griechisch: psalmos = Saitenspiel, Lied
rabbinisch
"in der Art eines Rabbiners (in Mittelalter und Neuzeit Berufsbezeichnung jüdischer Gesetzesgelehrter als Angestellte jüdischer Gemeinden. Der Rabbiner ist Religionslehrer und Prediger; er entscheidet in Fragen der religiösen/rituellen Praxis.) "
Reichsapfel
Der Reichsapfel, der zu den königlichen Insignien gehört, symbolisiert die Weltkugel. Der Apfel wird von einem Kreuz bekrönt und steht für die Herrschaft Christi über die Welt.
Relief
sich plastisch aus einer Fläche erhebende Darstellung. Je nach dem plastischen Grad, mit dem sich die Formen von der Relieffläche abheben, unterscheidet man Hoch-, Halb- und Flachrelief.
Reliquiar
Wertvoller Behälter aus Gold und Edelsteinen zur Aufbewahrung von Reliquien.
Reliquien
Überreste von den Gebeinen heiliger Menschen (Primärreliquien) auch Kleidungsstücke und Gebrauchsgegenstände eines Heiligen (Sekundärreliquien); in Erinnerung an den Brauch im Frühchristentum, über den Gräbern der Märtyrer Eucharistie zu feiern, werden häufig Reliquien im Altarstein, in einem sogenannten Sepulcrum (Grab) eingeschlossen; von lateinisch: reliqiae = Reste
Reliquienprozession
Bei Prozessionen zu bestimmten Heiligentagen oder auch bei Gefahr durch Kriege, Mißernten und Seuchen trugen die Menschen des Mittelalters die Reliquien ihrer Heiligen durch die Straßen ihrer Stadt oder um deren Maueren. Noch 1948 fand in Köln eine Schreinsprozession als Dank für das Ende des Zweiten Weltkrieges statt.
Residenzplicht
Pflicht des Beamten, am Dienstort zu wohnen oder doch so, dass er in der ordnungsmäßigen Wahrnehmung seiner Dienstgeschäfte nicht beeinträchtigt wird.
Rochett
engärmeliges knielanges Leinengewand, das höhere Kleriker zu Gottesdiensten (außerhalb der Liturgie) über dem Talar tragen; heute wird dafür meist ein Chorrock verwendet; neo-lateinisch: roccus = Rock
Rundmedaillon
Kreisförmiges Dekorationselement mit Darstellung von Evangelistensymbolen, Szenen der Heilsgeschichte oder biblischen Gestalten
sakral
heilig, geweiht (im Unterschied zu profan [weltlich, normal]); lateinisch: sacralis =geweiht
Sakrament
von Christus herkommendes wirksames Heilszeichen. Die katholische Kirche feiert sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Krankensalbung, Weihe (zum Diakon, Priester oder Bischof) und Ehe; Eigenschaftswort: sakramental; lateinisch: sacramentum = heiliges Zeichen
Säkularisation
Enteignung kirchlichen Eigentums durch den Staat. Die nach der Reformation in Deutschland noch verbliebenen geistlichen Territorien wurden 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss aufgelöst. Die Säkularisation griff auch auf die nicht reichsständischen Klöster über. Zusammen mit der Auflösung der von den geistlichen Staaten unterhaltenen katholischen Universitäten bildet die Säkularisation den tiefsten Einschnitt in der Geschichte des deutschen Katholizismus.
salisch
von den Saliern. Die Salier waren ein deutsches Herrschergeschlecht, dessen Spuren sich an Mosel und Saar bis ins 7./8. Jahrhundert zurückverfolgen lassen. Im 10. Jhd. lassen sich ihre Besitzungen in Worms und Speyer nachweisen. Nach dem Aussterben der Ottonen begann mit Konrad II. (1024) die salische Dynastie (Herrscherabfolge aus einer Familie) der deutschen Könige und Kaiser. Mit dem Tod Kaiser Heinrich V. erlosch das salische Geschlecht im Jahr 1125.
sanktioniert
bestätigen, gutheißen, anerkennen; zum verbindlichen Gesetz erheben
Sarkophag
Steinsarg
Sechspassig
oder vierpassig - Ein aus vier bzw. sechs Zirkelschlägen zusammengesetzter Kreisbogen als Komponente des gotischen Maßwerks.
Spekulationen
über die bloße Erfahrung hinausgehendes Denken; abwertend: unbewiesene Annahme, bloße Einbildung.
Stabhülse
Verbindungsstück zwischen dem Fuß und dem Knauf eines Kelchs.
Statio
für bestimmte Gebete (so beim Kreuzweg) oder andere gottesdienstliche Handlungen (oder bei der Prozession) vorgesehener Haltepunkt.
Statut
Ordnung, Verfassung, Satzung
Symbol
Kenn-, Merk- oder Wahrzeichen; Sinnbild, ein wirkliches Bild oder eine sinnbildliche Handlung, die aufgrund der kulturellen oder gemeinschaftlichen Verbundenheit ohne weiteres verständlich ist. Meist verweist es auf eine übersinnliche, zum Beispiel religiöse Sphäre oder ist gemeinschaftsbezogen.
Szepter
Armlanger Stab, der eine verzierte Spitze besitzt. Er zählt als Herrschaftszeichen zu den Insignien eines Königs.
Tabernakel
Kleiner Schrank zur Aufbewahrung der (bei der Messe übriggebliebenen) konsekrierten Hostien; gekennzeichnet durch das "Ewige Licht", ein Öl- oder Kerzenlicht, das Tag und Nacht davor brennt; lateinisch: tabernaculum = Zelt
Taizegebet
besondere Gottesdienstform, meist bestehend aus meditativen Gesängen. Begründet von der Communauté de Taizé (protestantische Bruderschaft mit ordensähnlichem Charakter, gegründet 1940 von R. Schutz; Sitz in Taizé bei Cluny (Frankreich). Die Angehörigen der Kommunität beachten die Evangelischen Räte einschließlich des Zölibats).
Talar
knöchellanges Amtskleid der Kleriker (Papst: weiß, Kardinäle: purpurrot, Bischöfe und andere höhere Geistliche: rot, sonstige: schwarz, in heißen Regionen auch grau oder weiß); lateinisch: talus = Knöchel
theologisch
die wissenschaftliche Lehre von Gott. Das Wort entstammt der giechischen Philosophie (Weisheitslehre) und bezeichnete dort die kritische Mytheninterpretation (die Auslegung klassischer Götter- und Heldensagen), die als Aufgabe einer Rede von den Göttern angesehen wurde.
Toleranzedikt
fälschlich "Edikt" genannte, 313 zu Mailand erfolgte Einigung zwischen Konstantin dem Großen und Licinius in religionspolitischer Hinsicht; diese Einigung fußte auf dem 311 zu Sardika von Galerius erlassenen Toleranzedikt. Hierdurch war das Christentum im römischen Reich zugelassen und seine Anhänger waren zum Gebet für Kaiser und Reich aufgefordert worden. In Mailand wurden darüber hinaus dem christlichen Klerus die Vorrechte zuerkannt, wie sie die nichtchristlichen Priester besaßen.
Trägerreliquiar
Reliquienbehälter in Form eines Schreins der von Figuren getragen wird.
Tympanon
Bogenfeld über dem Türsturz eines Portals, in der mittelalterlichen Kirchenarchitektur meist mit Reliefs gefüllt; besonders kunstvoll an französischen Kathedralen (Arles, Autun, Chartres) und Kirchen in Deutschland.
UNESCO
Abkürzung für englisch United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization, Sonderorganisation der Vereinten Nationen zur Förderung von Wissenschaft, Erziehung, Kultur und internationaler Zusammenarbeit auf diesen Gebieten.
Vakanz
freie Stelle, unbesetzte Dienststelle.
Vatikanum (II)
das Konzil 1962-1965 im Vatikan, von Papst Johannes XXIII. einberufen und von Paul VI. weitergeführt zur zeitgemäßen Erneuerung der katholischen Kirche und zur Wiederannäherung der christlichen Kirchen. Verabschiedet wurden 4 Konstitutionen: über die Liturgie (Zulassung der Nationalsprachen), die Kirche, die Offenbarung (Einheit von Heiliger Schrift, Tradition und kirchlichem Lehramt), die Kirche in der Welt von heute; 9 Dekrete: über die Hirtenaufgabe der Bischöfe, Ökumenismus, katholische Ostkirchen, Dienst und Leben der Priester, Ausbildung der Priester, Ordensleben, Mission, Laienapostolat, Massenmedien; 3 Erklärungen: über Religionsfreiheit, nichtchristliche Religionen, christliche Erziehung.
Vesper
Abendgebet der Kirche (Teil des Stundengebetes); lateinisch: vesper = Abend
vier Kardinaltugenden
Haupttugenden; in der katholischen Ethik: Gerechtigkeit, Klugheit, Mäßigkeit und Tapferkeit, als Erweiterung zu den drei "theologischen Tugenden": Glaube, Hoffnung und Liebe.
Vigil
in der katholischen Kirche Vorbereitungsfeier am Abend vor bestimmten Festen. Im Stundengebet der Mönche, das erste Morgengebet, meist noch zu nächtlicher Zeit; bestehend aus Psalmen und Lesungen.
Vita communis
Eine Wohn- und Lebensgemeinschaft (von Geistlichen) welche nicht durch ein Gelübde verpflichtend ist.
Wimperg
Gotischer Ziergiebel, der ein Blendmaßwerk oder eine durchbrochene Gliederung aufweist. Seine Kanten sind mit Krabben besetzt, die Giebelspitze wird gewöhnlich von einer Kreuzblume bekrönt. In der Regel werden Wimperge von Fialen flankiert.

 
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