Unterrichtshilfen zur Erschließung des Trierer Doms vorgestellt

Mehr als Film und Führung

Altar-Insel von der Orgel aus (Foto: R. Heyen)
Altar-Insel von der Orgel aus

Eine Gruppe erfahrener Lehrkräfte aus dem Bistum Trier hat Unterrichtsmaterialien für den Besuch von Schulklassen im Trierer Dom erarbeitet. Die Materialien sind am 11. März in der Dom-Information in Trier vorgestellt worden. "Viele Kinder und Jugendliche sind nicht mehr vertraut mit einem Kirchenraum", schreibt Dompropst Prälat Werner Rössel in seinem Vorwort zu den religionspädagogogischen Materialien. Die Schüler bräuchten Anleitung, um den Raum und seine Botschaft zu begreifen.

Hier setzten die Unterrichtsmaterialien an, die aus dem Wunsch entstanden sind, mehr für Kinder und Jugendliche anzubieten als einen Film über den Dom und Führungen, erklärte die Leiterin der Dom-Information, Andrea Riesbeck. In drei Arbeitsgruppen sammelten Lehrkräfte Ideen, wie sich Schulklassen dem Dom nähern und ihn erschließen können, und setzten diese dann in altergerechte Unterrichtshilfen für Schüler der Grundschule und der Sekundarstufen ein und zwei um.

Die Ergebnisse der rund zweijährigen Arbeit sind nun auf der Internetseite der Dom-Information www.dominformation.de/ru zu finden. Dort können Lehrerinnen und Lehrer die Unterrichtshilfen herunterladen und ausdrucken. In der Dom-Information steht außerdem eine Kiste zur Ausleihe bereit, die zusätzliche Materialien für das Arbeiten im Dom enthält. Die Angebote sollen den Lehrkräften helfen, den Besuch im Trierer Dom vorzubereiten und vor Ort ihren Schülern das Gotteshaus näher zu bringen. So können die Kinder und Jugendlichen beispielsweise Orte im Dom suchen, die von Jesus erzählen, den Altar als Symbol deuten oder sich auf Spurensuche der Reliquienverehrung begeben. Die Unterrichtshilfen bieten auch außergewöhnliche und experimentelle Zugänge zum Trierer Dom wie etwa eine Klangcollage. Bei dieser kreativen Übung sollen die Schüler den Dom durch Geräusche, Klänge und Gesänge zum Leben erwecken.

Den Autoren war es wichtig, sowohl eine kognitive als auch eine schöpferische Auseinandersetzung mit den Inhalten zu ermöglichen. Ziel sei es, die Schüler neugierig zu machen und sie zu animieren, wiederzukommen. "Wir möchten zeigen, dass dies ein besonderer Ort ist und auch Schülern, die ansonsten keinen Zugang zum Dom haben zeigen, dass sie hier etwas entdecken können",erklärte Dorothe Altmeyer, die an den Unterrichtshilfen für die Grundschule mitgewirkt hat. Ein Besuch im Dom solle auch dazu beitragen, die Schüler für die Präsenz religiöser und vor allem christlicher Elemente in ihrem Alltag zu sensibilisieren.

Wolfgang Müller, Leiter der Abteilung Schule und Hochschule im Bischöflichen Generalvikariat, findet die Unterrichtsmaterialien "ausgesprochen gelungen" und hält sie für eine gute Erweiterung für den Religionsunterricht. Michael Weyand, Leiter des Arbeitsbereichs Medienkompetenz im Bistum, ergänzte: "Es ist toll, dass die Schüler die Möglichkeit bekommen, sich die Glaubenszeugnisse zu erschließen, die im Dom Stein geworden sind."